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Medien: KN / (KK)

" Krisengespräch zum Paddler-Tourismus "

Wahlstorfer Schwentine-Brücke (Foto: Köster)Foto: Köster


Plön/Wittmoldt/Wahlstorf

Die Wahlstorfer Schwentinebrücke ist die einzige feste Überquerung des Flusses zwischen Plön und Preetz und als Einsetzstelle für Kanuten überaus beliebt, entsprechend dringlich sind hier die Problemlösungen.

So stark wie der Paddlertourismus mit Bootsvermietung, Abholservice und geführten Touren in den vergangenen rund fünf Jahren zugenommen hat, auch und gerade auf der Schwentine, so sehr sind in den anliegenden Gemeinden ohne entsprechende Infrastruktur die damit ausgelösten Probleme gewachsen: Druck auf öffentliche oder private Anlande- und Rastplätze, auf Boots- und Badebrücken, Müllhalden, Verdreckung durch Notdurftverrichtungen, Lärm, Umweltschäden und Verkehrsengpässe sind die Folgen.

Zwischen Plön und Preetz leiden in dieser Hinsicht vor allem die Schwentinegemeinden Dörnick, Wittmoldt und Wahlstorf, so dass sie sich, wie bereits berichtet, gegen die Paddler abschotten möchten. Es sei denn, spätestens zur Saison 2003 werden konkrete Lösungen gefunden, die Suche danach war nun Dienstagabend Thema eines Krisengesprächs im Wittmoldter Dörpshuus. Eingeladen dazu hatte Bürgermeister Gerold Fahrenkrog, der sich in Abstimmung mit seinen Kollegen Manfred Wegner (Dörnick) und Harald Ahrens (Wahlstorf) sowie der Eigentümerin des Gutes Wahlstorf, Victoria Baronin von Plessen, Ende September zum Wortführer des Protestes gegen "Ausuferndes Anlanden" (KN-Schlagzeile) machte.

Eigentlich hatte Fahrenkrog Dienstag vor allem die beiden gewerblichen Kanuvermieter aus Plön erwartet, weil die enorm gewachsene Frequenz der von ihnen auf die Schwentine gebrachten Boote als Hauptursache des Drucks auf die Anlieger angesehen wird. Doch zum Missfallen des Gastgebers und der anderen Teilnehmer ließen sich die Betriebsinhaber "vertreten". Und zwar durch Lothar Krebs aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, selber Kanuvermieter und als solcher Vize-Vorsitzender der "Bundesvereinigung Kanutouristik", sowie durch Jens Meyer aus Eutin, dort als Regionalmanager der EGOH Entwicklungsgesellschaft Ostholstein für den Bereich "Maritimes Gewerbe" tätig. Zu letzterem gehört das ehrgeizige Projekt, die Schwentine als Wasserwanderweg mit entsprechender Infrastruktur auszubauen, mit dem Pfund des Paddlertourismus zu wuchern, die neuen Marktchancen zu nutzen.

Krebs und Meyer bedauerten beide, dass die drei Schwentinegemeinden "vorgeprescht" seien, vom Weg zu einer "umfassenden Lösung" ausgeschert. Genau das, so machten Fahrenkrog und Baronin Plessen mit Worten und konkreten Forderungen deutlich, wollten sie aber auch, wollten nicht mehr warten, keine weiteren "Zuwächse", sondern schnellstmögliche Lösungen. Deshalb das konkrete Angebot von Baronin Plessen ("wir müssen endlich anfangen zu handeln, und sei es für einen Versuch"): Auf Kosten der Bootsvermieter können an der Wahlstorfer Schwentinebrücke zum nächsten Sommer Chemietoiletten und Müllbehälter aufgestellt sowie rund 20 Parkplätze befestigt und eingezäunt werden. Wenn das aber nicht geschieht, dann werde diese enorm frequentierte Einsetzstelle für Paddler konsequent dicht gemacht.

Diese Alternative nahmen Krebs und Meyer aus dem Dörpshuus mit nach Hause, wollen darüber mit den Bootsvermietern sprechen und bald antworten. Fahrenkrog: "Wir erwarten in etwa zwei Wochen Post von ihnen".

Am Rande fand sich ein Verbündeter für das Wahlstorfer Angebot: Hans Hermann Geerdt aus Preetz, Schwentinewart des Landes-Kanuver-
bandes, bot Arbeitshilfe seiner Preetzer Kanuvereinsfreunde für die Anlage des Parkplatzes an.

Kieler Nachrichten vom 14.11.2002

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