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Futura-BalticaMedien: LN / Von Gerd-J. Schwennsen |
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"Brücke beflügelt die Fehmarnbelt-Region"
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Neustadt - Das deutsch-dänische Trio auf dem Podium war sich einig: Die feste Beltquerung muss kommen. Andernfalls drohe Ostholstein "zum toten Winkel Europas" zu werden.
Auf einem "Liberalen Gesprächsforum" in Neustadt warnte vor allem Hans Treiber vom Unternehmensverband, der Kreis Ostholstein und das Storstrøms-Amt würden "zum toten Winkel in Europa degradiert", wenn die Belt-Brücke nicht gebaut werde.
Vor diesem Stillstand warnte mit Nachdruck auch Flemming Møller, verkehrspolitischer Sprecher der liberalen Venstre-Partei aus Maribo. Beide Regionen am Fehmarnbelt müssten endlich ein "Gemeinschaftsgefühl" entwickeln. Komme die Brücke (oder der Tunnel), dann erwüchsen hieraus Chancen, "von denen wir bisher nicht zu träumen wagten". Bis zum Herbst 2004 könnten die Regionen noch Einfluss auf das Projekt nehmen.
Treiber wurde noch deutlicher. Scheitere das Projekt Beltquerung oder versäume es Ostholstein, rechtzeitig eigene Handlungskonzepte zu entwickeln, dann werde sich die Wirtschaft einen anderen Weg suchen. Er würde sich wahrscheinlich auf die Achse von Südschweden über Rügen verlagern.
Dabei sinke schon heute der Wert der Wohnimmobilien im Kreisnorden, im gewerblichen Bereich seien Immobilien "fast nicht mehr veräußerbar". Denn die Wassergrenze am Fehmarnbelt sei, so Treiber, eine große Hemmschwelle. Unternehmen wie Codan (Lensahn) oder Kuhnke (Malente) könnten dank einer festen Verbindung enorm expandieren.
Als "lebende Brücke" gilt Georg Heidtmann. Vormals tätig beim "Erhvervsradet Lolland", dem dänischen Partner des Unternehmensverbandes Ostholstein, ist der Däne inzwischen Inhaber einer Beratungsfirma für grenzüberschreitende Kooperationen in Oldenburg. Heidtmann beklagte das seit Jahren andauernde "Entscheidungsvakuum". Und es klangen sogar leise Zweifel an, ob es "nach neuer Zeitrechnung" im Frühjahr 2003 schon zu einer Grundsatzentscheidung in Berlin und Kopenhagen komme.
Offen sprach Heidtmann von "Berührungsängsten" zwischen Deutschen und Dänen. Dabei sei eine gemeinsame "Fehmarnbelt-Region" vonnöten. Sie eröffne Chancen auch in der Region - bei erwarteten 7400 Bauarbeitern in der über sechseinhalbjährigen Bauzeit.
Voraussetzung sei aber ein "Standort-Marketing", damit es gelinge, neue Unternehmer - wie seit Anfang 1999 den Windkraftanlagen-Hersteller "vestas" auf Lolland - in der strukturschwachen Region anzusiedeln. Heidtmann: "Noch ist es aber für dänische Unternehmer einfacher, auf deutscher Seite Aufträge zu bekommen."
Die Positionen der drei Referenten ernteten starken Beifall - aber es gab auch deutliche Kritik von der Insel Fehmarn, aus Großenbrode, Weissenhäuser Strand oder von Nautikern aus Neustadt. Jürgen Rathke, Ex-CDU-Stadtrat in Burg und selber Unternehmer, bemängelte, dass man die Insel allein lasse. Bei den dänischen Brückenprojekten habe die Regierung dagegen zuerst mit den Bürgern über sinnvolle Ersatzmaßnahmen gesprochen. Ganz anders auf Fehmarn: "Hier kommt eine Tankstelle, eine Pommes-Frites-Bude hin, und dann rollt der Verkehr über die Insel!"
Jürgen Boos vom fehmarnschen Aktionsbündnis zeigte wenig Verständnis für die "Goldgräberstimmung", die Treiber beim ostholsteinischen Mittelstand schüre. Und er malte ein düsteres Bild für den Tourismus. Klaus-Dieter Labs (Nautischer Verein Vogelfluglinie) wertete 36 000 Abfahrten im Jahr zwischen Puttgarden und Rødby als ausreichend. Und Klaus Jäcker (FWG Großenbrode) kritisierte: "Stellen Sie sich mal für eine Viertelstunde auf unseren Friedhof. Schon jetzt sind die Verkehrsprobleme da und noch ungelöst!"
ln-online/lokales vom 31.10.2002
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