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Medien: LN / Von Wolfgang Cassel

Die "Wunder Welt Wasser"


Foto: Cassel Foto: Struck Foto: Cassel

Malente

Der Stoff, aus dem das Leben ist, wird künftig im wasserreichen Malente eine noch größere Rolle spielen - auch mit Blick auf den Tourismus. Entlang der Malenter Au entsteht die "WunderWeltWasser".

Dass Wasser ein durch menschliche Maßnahmen nicht vermehrbares Lebensmittel und ein wertvoller Rohstoff ist, dass es unentbehrlich und unersetzlich ist - darüber wird bald im Kneipp-Heilbad Malente-Gremsmühlen ein außergewöhnliches Projekt Auskunft geben. An der Malenter Au, wo Wasser auch ein ästhetischer Anblick ist, soll im September mit den ersten Arbeiten für ein Vorhaben begonnen werden, das eines Tages sicherlich zu den Sehenswürdigkeiten im nördlichsten Bundesland gehören wird: Das "WunderWeltWasser" genannte Projekt der Kreisjägerschaft Eutin, des Wasser- und Bodenverbandes Schwentine, des Lions-Clubs Eutin, des Kreis-Angelfischerverbandes Ostholstein und der Gemeinde Malente.

Die 10 700 Einwohner zählende Kommune ist zwar Trägerin der einzigartigen Maßnahme, muss sie aber nicht finanzieren und pflegen. Sie stellt hierfür gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Malente lediglich einige feuchte Wiesen an der Au zur Verfügung.

Kein Wunder also, dass Selbstverwaltung und Verwaltung der Gemeinde sehr angetan von der Initiative der vier Verbände sind. Zumal diese ihre ursprüngliche Planung für die als Publikumsmagnet konzipierte WunderWeltWasser nun auch noch um einige Attraktionen erweitern wollen. So soll das Kerngebiet der geplanten WunderWeltWasser - das 9,2 Hektar große Feuchtgebiet an der Mündung des Fließgewässers - nicht nur mit der benachbarten Kellersee-Promenade verknüpft werden. "Wir wollen den Naturerlebnisraum der WunderWeltWasser auch mit zwei wichtigen Einrichtungen der Kommune verbinden: dem Wasserwerk und dem Klärwerk", erläutern Gerd Schumacher, Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbandes (WBV) Schwentine und Hauptinitiator des Projektes, und Rolf Röhling, der für die Fachplanung verantwortlich zeichnet.

Zum Wasserwerk und zum Klärwerk, das zu den modernsten seiner Art in Norddeutschland gehört, sollen die Besucher über einen unmittelbar an der Au entlang führenden hölzernen Steg wandern und das Niederungsgebiet so in Augenschein nehmen können, wie es bislang nur wenigen Menschen möglich ist. Als zusätzliche Attraktion soll eine Dauerausstellung in einem nicht mehr genutzten Teil des kommunalen Wasserwerks dienen, die über die vielfältige Bedeutung des Wassers in Schleswig-Holstein informiert. Und eine Markthalle am Restaurant "Lenter Landhaus", in der Produkte aus der Region angeboten werden.

Grundidee für die WunderWeltWasser in den Niedermoorwiesen und Erlenbruchwäldchen im Mündungsbereich der Malenter Au ist, dass schon der jüngste Nachwuchs aktiv den Umgang mit der kostbarsten Ressource der Menschheit lernen soll. Hauptattraktion der Anlage ist ein im Erdreich gelegener Beobachtungspunkt, der - durch eine Glaswand getrennt - den Besuchern einen freien Blick auf das Flussbett, die Fische und andere Wassertiere ermöglicht. Freilandmodelle laden dazu ein, die Natur durch tasten, sehen und hören zu erleben. Und die vor vielen Jahren begradigte Malenter Au und ihre Altarme sollen wieder zu einem Bachlauf werden, der wie in alter Zeit durch das Niederungsgebiet mäandriert.

Damit die Natur in der künftigen WunderWeltWasser, die mit einem Kostenaufwand von circa 130 000 Euro und viel ehrenamtlicher Arbeit verwirklicht wird, nicht leidet, werden die Besucher über eine aus Holzstegen bestehende Wegekombination geführt. Wer nach dem Aufenthalt in der WunderWeltWasser noch immer nicht genug kostbares Nass genossen hat, kann um den benachbarten Kellersee und den Dieksee wandern. Oder zu den Quellen im Flurbereicherungsgebiet westlich der Malenter Au. Spätestens dann wird er feststellen: Überquellender kann das Wasserangebot nicht sein.

ln-online/lokales vom 15.07.2004

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