Das war ein Kraftakt:
Die geballte Leistung zweier Trecker war gestern nötig, um den 16 Tonnen schweren Kran einer Kieler Firma auf den Holzberg in Malente-Neversfelde zu schleppen. Dort soll der 32 Meter hohe Gittermastkran helfen, den Aussichtsturm auf dem Holzberg zu vollenden.
„Mit unseren Dorftreckern können wir da nichts ausrichten", war Sabine Marth, Vorsitzende des Verschönerungsvereins, von vornherein klar. Deshalb hatte sich Helmut Bahlert, Bauleiter und Planverfasser für den Aussichtsturm, außerhalb Ne-versfeldes umgesehen und war in Radlandsichten und Sieversdorf bei den Landwirten Schumacher und Oster-kamp fündig geworden: Sie stellten zwei schwere Massey-Ferguson-Traktoren mit 160 und 180 PS zur Verfügung. Zur Not stand ein weiterer Fendt-Traktor aus einem Forstbetrieb bereit.
Die mannshohen Antriebsräder drehten zwar auf dem gefrorenen Boden an der einen oder anderen Stelle durch, es genügten aber zwei hintereinander gekoppelte Schlepper, um den Liebherr-Gittermastkran den schmalen und kurvigen Weg auf die Holzbergspitze zu ziehen.
Bahlert zeigte sich erleichtert, als der Stahlkoloss mit Hilfe zahlreicher Einweiser oben angekommen war. „Ich bin froh, dass so viele mitgeholfen haben, anders ist das nicht zu bewerkstelligen." Zudem hatte der Wetterbericht Regen angekündigt. Auf vereister oder aufgeweichter Piste wären vermutlich selbst die PS-starken Schlepper stecken geblieben. „Das war höchste Zeit", sagte Bahlert.
Der Kran hätte eigentlich schon morgens um 8 Uhr aus Kiel eintreffen sollen - kam allerdings fast zwei Stunden später: Eine der beiden Achsen sei eingefroren gewesen, hieß es. Zwei Tage soll der Aufbau dauern, dann sollen die schweren Holzbalken aus Lärchenholz per Maschinenkraft an ihre Position gehievt werden: „Da kannst du keinen von tragen, selbst die kleinen nicht", erklärte Zimmermann Ramon Rohmann aus
Majenfelde. „Wie Streichhölzer" kämen ihm die Balken eines normalen Dachstuhls im Vergleich vor.
Die Zimmerleute wollen gleich Montag mit dem Weiterbau loslegen. Sie haben noch einiges zu tun. Gut zehn Meter des 9o.ooo-Euro-Bauwerks stehen zwar schon, es fehlen aber noch 18 Meter. Die sollen spätestens im April erreicht werden. Dann will der Verschönerungsverein Richtfest feiern.
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