Wälle und ein neues Flussbett wurden jetzt mit großen Matten aus einem Gewirr von Nylon und Filz ausgelegt. „Das ist der eigentliche Clou der Sohlgleite", hieß es vor Ort an der Baustelle. Die etwa ein Zentimeter starken Matten werden noch mit einer Schicht Feldsteinen beschwert und schützen so die Erdwälle vor Abtrag durch die Strömung. Später werden die neu geschaffenen Wälle die Schwentine zwingen, in Windungen zu fließen. Von hier macht sich der Fluss dann - quasi „gebremst" - weiter auf den Weg zum Großen Plöner See.
Vor rund sieben Wochen hatten die Arbeiten für die neue Sohlgleite begonnen. In dieser Zeit hat sich das Gelände des hier beheimateten Wassersportvereins Plön-Fegetasche (WPF) verändert: Das ehemalige Kastenwehr ist abgerissen, und die Stelle, an der zukünftig die Schwentine aus dem Höftsee entwässert, ist auf rund 20 Meter verbreitert worden. Bei diesen Erdarbeiten kamen Eichebalken ans Tageslicht, die vermutlich zum ersten Aalwehr von 1690 gehörten und im Bereich des Kolks den künstlichen Damm aus dem 17. Jahrhundert verstärkten.
Mit rund 40 übergroßen Kunststoff-Sandsäcken, sogenannten „1250 kg-Big-Packs", wird oberhalb und unterhalb der Baustelle das Wasser des Höftsees und der Schwentine zurückgehalten. Zurzeit wird der Fluss - wie bereits im OHA ausführlich berichtet - umgeleitet: Er fließt jetzt durch die alte Turbinenkammer der Ölmühle und entwässert von hier durch zwei zehn Meter lange Stahlrohre sowie den
Filzmatten aus Neylon und Filz sichern den Untergrund der Schwentine im Bereich der neuen Sohlgleite. Fotos: Dieter Schäfer
„Alten Graben" der ersten Plöner Sägemühle. Wenig später erreicht die Schwentine wieder ihr altes Flussbett.
Vielen Wasserwanderern ist die Höftsee-Übersetzsteile bekannt. Auch sie hat in den vergangenen Tagen viele Änderungen erfahren: Im Rahmen der laufenden Bauarbeiten
wurde sie teilweise abgerissen. Die „Eiserne Lore", mit deren Hilfe die Boote transportiert werden konnten, hat ausgedient. Ihre Aufgaben wird an gleicher Stelle zukünftig ein Rollensystem übernehmen.
Wenn weiterhin alle Arbeiten nach Plan verlaufen, sollen Sohlgleite
und Übersetzstelle mit Beginn der Wassersportsaison fertig gestellt sein. Zurzeit werden die 1,80 Meter tiefen Fundamente für einen Wehr-Übergang vorbereitet. Ob allerdings die Betonarbeiten beginnen können, wird von den Temperaturen der nächsten Tage abhängen.
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