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Wasser - Otter - Mensch e. V.

Verein für Ökosystemschutz und Ökosystemnutzung

Der Fischotter


Bis in das späte Mittelalter galt der Otter als eine ausschließlich von Fischen lebende Art, die gejagt wurde, wo immer sie auftauchte. Cornelius 1885:"Jäger, Fänger und Fischer mögen sich hülfreich die Hand bieten zur nachhaltigen Verfolgung dieses Fischräubers." Da der Otter selbst häufig für einen Fisch gehalten wurde, stand sein Fleisch zur Fastenzeit in den Klöstern hoch im Kurs. Lange Zeit wurde er wegen seines dichten Felles gejagt. Noch Anfang dieses Jahrhunderts kamen in Deutschland 10.000 Otterfelle pro Jahr zur Ablieferung. Heute gehört der Fischotter zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetierarten Mitteleuropas.


 

 

Verbreitung

Der Fischotter ist vielfältig an eine ufergebundene Lebensweise angepaßt. Die Weibchen besiedeln ein Revier von 5-7 km Ausdehnung innerhalb größerer Reviere der Männchen. Dabei werden in der Regel ein bis zu 100m breiter Uferstreifen sowie angrenzende Erlenbrüche, Hochstaudenfluren und Röhrichte genutzt. Oft führen gut getarnte Ausstiege am Ufer auf regelrechte Pfade, sogenannte "Ottersteige". Auch bis zu 20 km lange Wanderungen über Land sind bekannt.
In Mitteleuropa kommt der Otter heute nur noch in Restpopulationen vor. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es großflächige Vorkommen nur noch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, mit Einschränkung in Sachsen und Restbestände von oft vermutlich nur wenigen Tieren in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern. Im östlichen Schleswig-Holstein zeigt sich seit 1998 ein Anstieg der Fischotternachweise.


 

 

Ursachen des Rückgangs

Die entscheidenden Ursachen für den Rückgang des Otters und damit größte Gefahr für noch bestehende Vorkommen sind:
  • Lebensraumzerstörung als Folge von
  • Ausbau von Gewässern, insbesondere vieler Fließgewässer bis in die Oberläufe, und deren touristische Nutzung
  • Zersiedelung der Landschaft (u.a. durch Gewerbegebiete, Erholungsparks, Ausbau der Verkehrswege)
  • Gewässerverunreinigung, insbesondere mit Schadstoffen (Polychlorierte Biphenyle, Schwermetalle, Pestizide, Dioxin u.a.) als Folge von
  • Großklärwerken, mit Nutzung der Gewässer als Vorfluter
  • Mülldeponien
  • Müllverbrennungsanlagen
  • Industrie und Gewerbe
  • Landwirtschaft
Auch die Verlustursachen wie Tod in Fischreusen, Tod auf der Strasse sowie die direkte Verfolgung, z.B. in Fischereianlagen, spielen eine große Rolle beim dramatischen Rückgang des Otters.


 

Schutz- und Pflegemaaßnahmen für den Fischotter

Fischreusen, wie sie vor allem für den Aalfang genutzt werden, stellen eine große Gefahr für den Fischotterbestand dar. Durch den Einbau eines Reusengitters kann die Gefahr entscheidend verringert werden.

WASSER OTTER MENSCH e. V. erarbeitet ein Artenschutzprogramm für den Fischotter. Schwerpunkte dabei sind:
  • Sicherung der Verbreitungsgebiete in Schleswig-Holstein
  • Bau von Otterpassagen
  • Bau von weitlumigen Brücken oder entsprechende Veränderungen an vorhandenen Brücken über Ottergewässern (diese Brücken stehen nicht im Wasser, sondern überspannen auch Uferzonen)
  • Neupflanzung und Schutz von Bäumen und Sträuchern an Ufern
  • Aufklärung der Öffentlichkeit


 

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