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"Unterschriften für mehr Ärzte für Malente" |
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Bad Malente
Initiative „Vision 2012" will Zulassungssperre aufheben
Die Holsteinische Schweiz ist von der Landesregierung als Gesundheitsregion ausgewiesen worden.
Deshalb will die Initiative aktiver Malenter Bürger „Vision 2012" von der Kassenärztlichen
Vereinigung in Bad Segeberg mit einer Unterschriftensammlung eine Aufhebung der Zulassungssperre
für Augen-, HNO-, Haut- und Kinderärzte fordern.
„Für unsere Kurgäste, unsere älteren Mitbürger und Familien mit Kindern muss eine bessere Versorgung
durch Fachärzte sichergestellt werden. Es ist eine Zumutung, sie mit Bahn oder Taxi nach Eutin und Plön
zu schicken", so Thomas Breede als Sprecher der Initiative „Vision 2012" .
„Alles, was schreiben kann, soll sich in unsere Listen eintragen", fordert Thomas Breede von „Vision 2012", einer Initiative aktiver Malenter Bürger. „Denn wir müssen Druck aufbauen, um einen Augen-, einen Haut-, einen HNO- und einen Kinderarzt ins Kneippheilbad zu holen." Die Aktionsgruppe „2012" versucht mit einer Unterschriften-Aktion mehr Fachärzte in Malente anzusiedeln. Das „Schaufenster" hat bei drei Generationen Malenter Bürger nachgefragt, wer ein Interesse an einer erweiterten Ärzte-Vielfalt hat.
„Angeblich ist der Bedarf durch diese Fachärzte in Eutin und Plön abgedeckt", erläutert Thomas Breede. „Aber wenn unsere Region als Gesundheitsregion ausgewiesen werden soll, wären diese Ärzte in Bad Malente vonnö-ten", betont Breede. Mit ihrer Unterschriftensamm-lung will die Initiative eine Aufhebung der Zulassungssperre für Fachärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung in Segeberg einfordern. „Viele Bürger haben kein Auto, können sich kein Taxi leisten oder können ihre Kinder nicht allein lassen", hat er von vielen Gesprächspartnern erfahren.
Der Zuzug älterer Mitbürger, die ihren Lebensabend in Bad Malente verbringen wollten, sei auch eine Verpflichtung. Edith Kontusch hat eine Rente von knapp 600 Euro. Sie muss wegen chronischer Erkrankungen mehrmals im Monat jeweils einen Augen- und einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen: „Ich bin auf meine beiden Töchter angewiesen, die mich fahren müssen. Ich kann wegen meiner kranken Hüften nicht mehr mit Bahn und Bus fahren, Taxifahren liegt wegen meiner kleinen Rente nicht drin. Es wäre wirklich gut, wenn wir diese Fachärzte am Ort hätten!"
Die Schülerin Wiebke Resthöft hofft auf weitere Fachärzte in Bad Malente, denn sie hat noch keinen Führerschein und findet es „doof, dass man nach Eutin oder Plön fahren
muss", um diese Fachärzte besuchen zu können. „Unsere Gemeinde ist groß genug, dass sich diese Fachärzte hier niederlassen könnten", meint sie.
Ulrike Bergemann, stellvertretende Leiterin der Malenter Grundschule, hat ihre Unterschrift in Erinnerung an den Alltag mit ihren
vier Kindern geleistet: „Die Fahrerei nach Eutin fand ich ganz schlecht", erinnert sie sich. „Es war unheimlich anstrengend. Wenn
damals ein Kinderarzt vor Ort gewesen wäre, wäre vieles einfacher gewesen."
„Die Krankenkassen haben die Taxifahrten zu Ärzten gestrichen. Vielleicht haben sie ein Einsehen, wenn die Ärzte vor Ort sind und
nicht von Taxis angefahren werden müssen. Damit könnten Transportkosten gespart werden", gibt sich Breede optimistisch.
„Wir brauchen bei unserer Kampagne die Unterstützung von Bürgern, Vereinen und Verbänden", so Breede abschließend.
11. Februar 2004
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